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Samstag, 25. Februar 2006

Wie optimiert man den Verkauf eines wenig gefragten Produktes?

Mal ehrlich: Kaufen Sie regelmäßig ungiftige Speisefarben (abgesehen davon, dass es schadstoffhaltige ja nicht mehr geben soll)?

Oder gehören Sie zu jenen Ignoranten, die allenfalls zur Osterzeit mal ein bisschen BUNT im Hause dulden?

Im zweiten Fall haben wir nicht nur etwas gemeinsam, sondern wahrscheinlich auch schuld an dem neuesten putzigen Produkt der Marke Color-A-Cookie.

Das Gebinde kommt mit vier ungiftigen Speisefärbungen daher und hat als Highlight einen Keks (mit Motiv(ations)varianten) in der Plastikpackung. Die Kinder (oder wer auch immer diesen Keks verschlingen mag) dürfen sich nun nach Herzenslust mit der Bemalung der Essware beschäftigen.

Danach kann man die verbliebene Speisefarbe noch wunderbar zum Produzieren von bunten Nudeln, Reis oder Wein (der blaue ist besonders lustig) einsetzen.

Ist doch schlau, oder?
Keine Sau kauft Speisefarbe.
Kinder lieben Farbe.
Kinder wollen malen.
Kinder lieben Kekse.
Kreative Kinder wollen Kekse bemalen.
Kekse bemalt man mit Speisefarbe.
Kinder wollen mit Speisefarbe Kekse bemalen.

Also kauft bald jede Sau auf Kindesdruck wieder Speisefarbe. Und dank der Kekse wahrscheinlich teurer als sonst im Regal stehengelassen ...

Gefunden wie immer bei Strange Products (dort auch der Link zu der Anbieterseite - aber: Ehre, wem Ehre gebührt).

See you kekseknabbernd at the watercooler

Etwas für die Eisenhänschen

Erinnert sich hier noch jemand an die Eisenhans-Lagerfeuer, bei denen zivilisations- und frauenmüde, aber trotzdem echte, Männer ihren inneren Domeniko wieder erwecken sollten?

Grundlage dieser Initiationen war das Märchen vom Eisenhans, ein wahrlich nicht sehr hübscher Kerl, der von einem König in einem Käfig gefangen gehalten wurde, bis das minderjährige Königssöhnchen den starken Mann rausließ.

Dem Geschlecht entsprechend menstruierte man zwar nicht miteinander, aber zumindest die Urschreitherapie machte man sich zueigen, um die innere Stärke herauszulocken.

Neandertalisierte Träumereien am Kamin mögen auch ein Angebot der Paramount inspiriert haben. Survivor the rollercoaster ist eine real-life adventure show (Oh! Gosh!), die auf der beliebten Serie "Survivor" basieren soll.

Teilnehmer an dieser Karussellfahrt werden in zwei rivalisierende Stämme eingeteilt, deren höchste Freunde offenbar darin besteht, die unterlegene Gruppe mit Wasser zu bespritzen. Weitere Requisiten dieses archaisch-anarchischen Vergnügungsritts sind Stammesmasken, Trommeln, rhythmische Gesänge zur Einnordung der Stammesmitläufer ...

Der Internetauftritt, der auch eine interaktive Partizipation ermöglicht, scheint Bilder vergangener Vergnügungsfahrten anzubieten. Machen Sie sich also selbst ein Bild und lassen Sie uns gemeinsam überlegen, welche Selbstfindungswege wir unseren geplagten Herren denn als nächstes eröffnen könnten ...

See you at the watercooler

Ich bin Austin

Neee! Nicht der Wagen. Diese komische dörflichrock'n'rollige Stadt in den Staaten. Aber testen Sie sich selbst ...

You Are Austin

A little bit country, a little bit rock and roll.
You're totally weird and very proud of it.
Artistic and freaky, you still seem to fit in... in your own strange way.

Famous Austin residents: Lance Armstrong, Sandra Bullock, Andy Roddick

Micky und Lego

Ich war schon immer der Meinung, dass Bildung für Kinder erheblich ernster genommen und unterhaltsamer umgesetzt wird als die für Große.

Was wir mühsam via Enzyklikas Enzymen Enzyklopädien (na bitte, geht doch, wenn man nur will *jetzt müssen wir nur noch die Tasten wieder an Ort und Stelle ... ja, danke!) nachschlagen müssen, bietet Disney in den Mickymaus-Taschenbüchern schon seit Jahrzehnten: Spannende und unterhaltsame Bildung. Zeitreisen führen nach Troja, die Mayflower mit den Pilgrimfathers segelt in die Staaten, literarische Figuren werden lebendig ...

Natürlich ist das Angebot verkürzt und kindgerecht aufbereitet, weil die Zielgruppe ja sonst verfehlt würde. Aber was ich via Micky, Minnie und auch Tick, Trick und Track schon alles lesen konnte, ist wirklich toll.

Nun bietet auch Lego große Bildung für die Kleinen. Prospero berichtete in seinem Blog, dass der Spielzeugproduzent mythologische und andere fantastisch-literarische Figuren auf den Markt bringt, mit denen die Kleinen durchaus den Olymp klassischer Bildung erklettern könnten. Weiterführende Berichte und Links finden Sie - wie schon so oft via boingboing.

Wenn also demnächstens in den Kinderzimmern Donner und Blitz Erwachsene verschrecken, so hält lediglich der gute alte Zeus Hof oder Gericht. Freuen Sie sich. Noch nie war es so einfach, Kindern etwas beizubringen ...

See you at the watercooler
(immer noch om- und O18-frei)
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