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Sonntag, 15. April 2007

Ein herrlicher (Arbeits)Tag in München

Der Wecker klingelte um 02.30 Uhr, der Weckruf funktionierte auch - das einzige, was dem pünktlichen Fortkommen noch hätte entgegenstehen können, war ein verschlafenes Kind. Doch auch dieses Problem löste sich sehr rasch, nachdem die schimpfende Mutter eine Katze verschiedene Male aus der Küche geworfen und dann aus dem Trinknapf "Toilette" gefischt hatte. Scheint, als ob dabei selbst der hartnäckigste Schlaf die Flucht ergreift.

Das Taxi war für 04.10 Uhr bestellt. Zwangsneurotiker müssen natürlich schon unten stehen, bevor der Fahrer klingelt - aber gut, vom 10. Stock aus runtergurken kann halt dauern und ich hasse nichts mehr als Stress am allerfrühesten Morgen.

Noch einmal schnell in die Wohnung gehuscht, um die Gefahrenquellen Herd und Kaffeemaschine zu kontrollieren und ab durch die Mitte.

Dass mir dann unterwegs einfiel, dass ich mein Uralt-Handy (echt, ohne Flachs: Da kann man den Sprechteil ausziehen und es hat oben eine richtige kleine Stummelantenne) noch am Adapter hängen hatte und dieser Adapter in einer Steckdose daheim steckte (obwohl wir das Handy ja vielleicht unterwegs gebraucht hätten), hat mich nicht sonderlich beruhigt. Als wir nach Hause kamen, hatte dieser verflixte Miniadapter sich tatsächlich relativ heiß gelaufen. Man mag mir zugestehen, dass der Gedanke an das Alter dieser Geräte (okay: dieses Schrotts, wenn man so will) in Kombination mit neugierigen Katzen nicht gerade beruhigend wirkte.

Der Ruf: "Mama, du hast die Lampe hinten nicht ausgemacht" kam dann genau richtig. Zum Glück kam diese Feststellung zu spät, um mich noch kribbeliger zu machen - wir waren schon wieder zu Hause.

Über die geschäftlichen Dinge haben wir in München gesprochen, aber ich jetzt nicht hier. Ich bitte die geneigten Leser, einfach überrascht zu sein, wenn das Projekt startet - ich werde dann ausführlich berichten.

Die Fahrt jedenfalls war trotz der Entfernung höchst unterhaltsam. Meine Mitstreiterin aus Hannover kannte ich ja schon via Netz - jetzt also endlich persönlich. Und zu meiner allergrößten Überraschung ist Lisa, die sich Fremde sonst eher aus der Entfernung betrachtet und machmal sogar jahrelang nicht zutraulicher wird, ihr sofort und stehenden Fußes regelrecht um den Hals gefallen. Na dann: Herzlich willkommen als Familienmitglied :)

Interessant war übrigens auch die Werbungsdurchsage der Bahn für ihr neues Frühstücksangebot. Es gibt jetzt nämlich Brötchen in "verbesserter Qualität". Ja, Himmel - was haben die denn früher da serviert?? Und was versteht man denn unter "verbesserter Qualität"? So richtig gut kann es ja dann immer noch nicht geworden sein, oder?

Probiert haben wir es nicht - allerdings würde ich empfehlen, die Verpflegung der DB rezeptpflichtig zu machen. Bei den Apothekenpreisen (und der Größe der Portionen) wird man eher arm als satt.

Hinter uns fiel eine Bemerkung, die mich gleich freudig-freudsch aufhorchen ließ: "Hab ich dir erzählt? Meine Schwester ... äh, meine Freundin, hat ..."

Endlich bin ich in München einmal ein paar Straßen über den Hauptbahnhof hinausgekommen. Und ich verstehe jetzt durchaus, warum die Leute für diese Stadt schwärmen.

Unsere Auftraggeberin ist genau so nett, offen und herzlich, wie ich es durch unseren Vorabkontakt schon gedacht hatte - dass wir drei uns dann auch noch geschlossen als unkompliziert in der Handhabung geoutet haben, war noch mal ein Sahnetupfer obendrauf.

Mein kleines Mädel muss ich an dieser Stelle aber auch noch mal loben: Sie hat super durchgehalten, ohne groß mit der Wimper zu zucken. Klar, bei uns allen dreien war auf der Rückfahrt die Luft raus - aber ich habe selten ein Kind gesehen, dass trotz Müdigkeit so umgänglich blieb.

Ein himmlischer Tag - absolut wiederholungsfähig.

See you at the watercooler
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Katzenauges Postille

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