[>>]

Mittwoch, 30. Mai 2007

Regeln für den Umgang mit Autor(inn)en-Kollegen

Schreiben ist ja in der Regel ein höchst einsames Tun. Man sitzt vor seinem weißen Blatt, das sich in Computerzeiten auch noch drohend vor einem erhebt, und begrübelt die erste Zeile, das erste Wort.

Logisch, dass die soziale Kompetenz da ein wenig brach liegt, verbringt man doch den größten Teil seiner Zeit - oder gar die ganze - damit, ohne Zuspruch von außen abwechselnd vor sich hinzuhämmern und zu dämmern.

Wagt ein Autorlein sich von außen zu nähern, bedenke: Das ist ein Fressfeind! Hauen, stechen, beißen, kneifen, an den Haaren ziehen, diffamieren oder ignorieren - das sind die einzigen probaten Mittel, die Konkurrenz ums Schreibergold aus dem Weg zu bekommen ...

Mehr veröffentlichen, mehr Rezis kriegen, mehr Lob kriegen, mehr Leute kennen, mehr richtige Leute kennen, mehr PNs schreiben und bekommen als der/die andere, mehr Postings haben, immer bessere Kontakte haben, haben, haben, haben ... hau sie alle von der Platte!

Oh, Sie fragen sich, warum ich gerade dermaßen hyperventiliere?

Klar hat das einen Grund, aber ich hyperventiliere nicht, ich wundere mich nur. Und das nicht zum ersten Mal - immerhin ist mir schlechtes Benehmen unter Kollegen mehr als geläufig.

Aktuell hatte ich eine schwelgende und schmeichelnde Mail bekommen, dass mein Verlag so oft lobend erwähnt würde, dass man nun gerne mal fragen wollte ... und ich sei doch sicherlich mit Manuskripten aufgrund der lobenden Erwähnungen bereits zugeschüttet worden und ob ich nicht vielleicht freundlicherweise trotzdem - unten hänge ein Exposé an und überhaupt ... hach.

Auf meine freundliche, aber etwas verdutzte Nachfrage, von welchem Verlag denn die Rede sei - meines Wissens nach hätte ich keinen - kam ein sehr sachlicher Zweizweiler mit einer kurzen Entschuldigung. Wenn man den Verlagsnamen auf der Forenseite eingäbe, erscheine halt mein Name.

Nett, wie ich eigentlich meistens bin, habe ich dann ganz freundlich geantwortet, sie könne doch das Exposé ruhig an die auf der Verlagsseite genannte Mailadresse schicken - oder dort anfragen, ob aktuell überhaupt Interesse an weiteren Zusendungen besteht.

Glauben Sie mal ja nicht, dass darauf auch nur der Hauch eines "Dankeschön" kam.

Aber was beschwere ich mich - ich kenne das doch live.

Und darum hier einen ganz lieben Gruß an alle Stecknadeln im Heuhafen:

An jene AutorInnen, mit denen man sich super gut vertragen kann, mit denen man wunderbar zusammenarbeiten kann und für die Neid, Arroganz und Egomanie allenfalls Eigenschaften sind, mit denen sie ihre Protags ausstatten :)

See you at the watercooler
logo

Katzenauges Postille

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Hier geht's zur

Suche

 

Archiv

Mai 2007
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 7 
 8 
 9 
11
13
14
15
16
17
18
20
21
22
23
24
26
27
29
 
 
 
 

Aktuelle Beiträge

Schreiben in der Wirtschaftskrise
Rezession? Wenn man nach den aktuellen Tipps für...
Katzenauge - 9. Jan, 10:34
2009 wird ein schlechtes...
Nach einem Bericht von Deloitte, der in der Financial...
Katzenauge - 2. Jan, 12:55
Preiswert
war den LeserInnen und der Jury unser Märchenband...
Katzenauge - 19. Okt, 22:37
Werbung macht Spaß
Also, ich beiße mir ja jetzt schon seit Wochen...
Katzenauge - 13. Okt, 12:17
Der Herbst ist ja wieder...
So unauffällig hat er sich dieses Jahr an mir...
Katzenauge - 26. Sep, 12:17

Status

Online seit 1634 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 21. Dez, 13:57

Credits

vi knallgrau GmbH

powered by Antville powered by Helma


Creative Commons License

xml version of this page

twoday.net AGB

Vernetzt

my pet!

***

***