Nachtmahl, britische Hotelvariante
Und noch einer, der es nicht in die Endausscheidung geschafft haben dürfte - war wohl zu offensichtlich ... nun ja: nicht ganz wahr :). Ausschreibung zum Thema "Essen", knapp 2.000 Zeichen / und ein Rezept beifügen. Guten Appetit!
Nacht(fr)essen
Der einzige Urlaub, den meine Freundin Natalie mit ihrem Vater verbrachte, führte nach England. Sie waren in einem kleinen Hotel irgendwo in den Londoner Nebenstraßen abgestiegen und stritten sich schon beim Frühstück, wohin der Tagesausflug gehen sollte. Regelmäßig ging der Punkt an Natalies Vater. Am vierten Tag hatte sie genug. Sie wollte ihren Urlaub genießen und keine Fortsetzung der heimischen Tyrannei erleben.
Natalie machte sich also alleine auf den Weg und kam erst zum Abendessen wieder in ihr Hotel. Zu ihrer Überraschung tauchte ihr Vater auch in den folgenden Stunden nicht wieder auf. Sie hatte es sich spät abends in der Lounge bequem gemacht, als ihr Vater ziemlich erschöpft und mit "qualmenden Socken" hereinschlich. Sie beobachtete, wie er mit dem Portier herumradebrechte, dass er gerne etwas zu essen hätte. Natalie hielt gespannt den Atem an, denn sie hatte schon mehrfach aufgeschnappt, dass der Portier mit seiner Frau, einem der Zimmermädchen, über den schlecht gelaunten Deutschen lästerte, der immer die nassen Handtücher zerknüllt auf dem Teppich liegen ließ und jeden Morgen seine Tochter in Grund und Boden brüllte.
Natalies Vater hatte wohl einen kleinen Bonus über den Tresen geschoben, denn der Portier ließ etwas in seiner Tasche verschwinden und winkte ihn in den Speisesaal - allerdings nicht ohne demonstrativ gerümpfte Nase. Natalie selbst hatte, wie sie später zugab, noch so eine Wut auf ihren Vater, dass sie sich kurzerhand hinter einer Zeitung versteckte. Es dauerte nicht lange, bis das Zimmermädchen mit einem Teller auftauchte, den sie vor dem Gast auf den Tisch stellte. Danach ging sie eilig zurück und Natalie beobachtete, wie die beiden immer wieder verstohlen hinüberschielten und leise lachten.
Nachdem Natalies Vater nach oben gegangen war, zeigte der Portier ungläubig seiner Frau den leeren Teller. Diese schlug die Hand vor den Mund und rief: "Er hat das tatsächlich gegessen!".
Natalie schwört Stein und Bein, dass sie niemals herausbekommen hat, was die beiden ihrem Vater serviert hatten.
***
Leckerer schmeckt bestimmt der folgende Imbiss, der nicht nur für müde Wanderer des Nachts gedacht ist:
Pipérade
Zutaten für 4 Personen:
2 EL Öl
1 Zwiebel in dünnen Scheiben
2 grüne Paprikaschoten (entkernt und in Ringen)
1 zerdrückte Knoblauchzehe
250 g enthäutete und gehackte Tomaten
Salz und Pfeffer
6 Eier
4 Scheiben Schinken
Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel dünsten. Paprika und Knoblauch dazugeben und weitere 5 Minuten andünsten. Die Tomaten hinzufügen, salzen und pfeffern, den Topf zudecken und alles 20 Minuten kochen lassen.
Die Eier leicht schlagen, zu dem Gemüse geben und rühren, bis sie gestockt sind. Währenddessen den Schinken in den vorgeheizten Grill geben.
Das Eiergericht auf einen vorgewärmten Teller geben und den Schinken darauf verteilen.
Zubereitungszeit: 35 bis 40 Minuten
Darauf kann man mal eben warten, oder?
Nacht(fr)essen
Der einzige Urlaub, den meine Freundin Natalie mit ihrem Vater verbrachte, führte nach England. Sie waren in einem kleinen Hotel irgendwo in den Londoner Nebenstraßen abgestiegen und stritten sich schon beim Frühstück, wohin der Tagesausflug gehen sollte. Regelmäßig ging der Punkt an Natalies Vater. Am vierten Tag hatte sie genug. Sie wollte ihren Urlaub genießen und keine Fortsetzung der heimischen Tyrannei erleben.
Natalie machte sich also alleine auf den Weg und kam erst zum Abendessen wieder in ihr Hotel. Zu ihrer Überraschung tauchte ihr Vater auch in den folgenden Stunden nicht wieder auf. Sie hatte es sich spät abends in der Lounge bequem gemacht, als ihr Vater ziemlich erschöpft und mit "qualmenden Socken" hereinschlich. Sie beobachtete, wie er mit dem Portier herumradebrechte, dass er gerne etwas zu essen hätte. Natalie hielt gespannt den Atem an, denn sie hatte schon mehrfach aufgeschnappt, dass der Portier mit seiner Frau, einem der Zimmermädchen, über den schlecht gelaunten Deutschen lästerte, der immer die nassen Handtücher zerknüllt auf dem Teppich liegen ließ und jeden Morgen seine Tochter in Grund und Boden brüllte.
Natalies Vater hatte wohl einen kleinen Bonus über den Tresen geschoben, denn der Portier ließ etwas in seiner Tasche verschwinden und winkte ihn in den Speisesaal - allerdings nicht ohne demonstrativ gerümpfte Nase. Natalie selbst hatte, wie sie später zugab, noch so eine Wut auf ihren Vater, dass sie sich kurzerhand hinter einer Zeitung versteckte. Es dauerte nicht lange, bis das Zimmermädchen mit einem Teller auftauchte, den sie vor dem Gast auf den Tisch stellte. Danach ging sie eilig zurück und Natalie beobachtete, wie die beiden immer wieder verstohlen hinüberschielten und leise lachten.
Nachdem Natalies Vater nach oben gegangen war, zeigte der Portier ungläubig seiner Frau den leeren Teller. Diese schlug die Hand vor den Mund und rief: "Er hat das tatsächlich gegessen!".
Natalie schwört Stein und Bein, dass sie niemals herausbekommen hat, was die beiden ihrem Vater serviert hatten.
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Leckerer schmeckt bestimmt der folgende Imbiss, der nicht nur für müde Wanderer des Nachts gedacht ist:
Pipérade
Zutaten für 4 Personen:
2 EL Öl
1 Zwiebel in dünnen Scheiben
2 grüne Paprikaschoten (entkernt und in Ringen)
1 zerdrückte Knoblauchzehe
250 g enthäutete und gehackte Tomaten
Salz und Pfeffer
6 Eier
4 Scheiben Schinken
Das Öl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel dünsten. Paprika und Knoblauch dazugeben und weitere 5 Minuten andünsten. Die Tomaten hinzufügen, salzen und pfeffern, den Topf zudecken und alles 20 Minuten kochen lassen.
Die Eier leicht schlagen, zu dem Gemüse geben und rühren, bis sie gestockt sind. Währenddessen den Schinken in den vorgeheizten Grill geben.
Das Eiergericht auf einen vorgewärmten Teller geben und den Schinken darauf verteilen.
Zubereitungszeit: 35 bis 40 Minuten
Darauf kann man mal eben warten, oder?
Katzenauge - 3. Okt, 21:50





