Aktien werden von den Deutschen immer noch nicht als rentable Kapitalanlage ernstgenommen.
Diese Klage schallte gestern über den Äther, geäußert insbesondere von den Damen, aber auch von Herren, aus den zuständigen Verkaufsabteilungen der Banken.
Es sei leider noch immer so, dass Gelder sich hierzulande verschämt auf Festgeldkonten versteckten oder in Rentenpapiere investiert würden. Man dürfe aber nicht übersehen, dass die Aktien gerade auf lange Sicht bei einer Anlage von mindestens zehn Jahren höchst rentabel seien. Ob der Markt zwischenzeitlich rauf- und runterhüpfe, sei dabei doch völlig egal. Wichtig sei dann doch nur der Marktpreis in zehn Jahren.
Hm. Ja, gut. Klar. Natürlich interessiert mich der zu erwartende Preis zum Zeitpunkt eines potenziellen Verkaufs. Was aber, wenn der Markt für die von mir präferierte Aktie in Backwardation ist? Und zwar dauerhaft? Wäre ja nicht das erste Mal.
Aber - Halt! Dafür gibt es ja die Absicherung durch Fonds. Das sind die Dinger, in denen sich viele verschiedene kleine Stückelungen unterschiedlicher Firmen und Märkte tummeln. Ein Absacker werde dabei im Nu durch einen Shootingstar wieder aufgefangen. Je nach Risikobereitschaft des Kunden zusammengestellt, der natürlich vorher umfassend beraten werden muss.
Stand nicht gerade was in der Zeitung, dass die Hedging-Fonds wegen ihrer hohen Risikoträchtigkeit unter die Lupe genommen werden sollen?
Vielleicht sollte man sich mal die Gebührenpläne für die Verwaltung von Aktiendepots zeigen lassen und diese mit den Einnahmen aus Festgeldkonten und dem Verkauf von Rentenpapieren vergleichen. Gerade Anleihen und Fonds sind in der Hinsicht wohl recht - nunja, rentabel. Ein Schelm, der $$$ dabei denkt ...
Als ich später am Tag die Zeitung aufschlug, war die erste auffällige Meldung jene über die voraussichtliche Schließung des Chrysler Werks in den USA. Diese Meldung habe die Aktionäre erfreut, hieß es dort - die Daimleraktie zog unverzüglich an. (*)
Warum soll ich denn mein Geld in irgendeine Firma stopfen, die dann nichts Besseres zu tun hat, als zur Förderung des Profits Mitarbeiter zu entlassen? Wenn die dann zwecks Finanzoptimierung irgendwann alle weg sind, geht die Firma doch ohnehin vor die Hunde - und dann stehe ich da mit meinen tollen Aktienpaketen.
Danke. Aber: Danke, nein. Solange die Tendenz dahin geht, für die Aktionärsprofite rücksichtslos Arbeitsplätze zu vernichten, kommt das Ding für mich nicht in Frage. Unter anderen Bedingungen können wir gerne mal darüber reden.
See you at the watercooler
(*) Wobei ich dieser speziellen Firma in diesem Fall zugute halte, dass lediglich der Wahn der Omnipotenz endlich zurechtgerückt wird, wobei das hoffentlich nicht von den amerikanischen Arbeitnehmern ausgebadet werden muss.
Und dass umgekehrt keine deutschen Arbeitnehmer mehr unter der Allgegenwärtigkeit amerikanischer Investoren ... oh yeah, money makes the world spin around.
Es sei leider noch immer so, dass Gelder sich hierzulande verschämt auf Festgeldkonten versteckten oder in Rentenpapiere investiert würden. Man dürfe aber nicht übersehen, dass die Aktien gerade auf lange Sicht bei einer Anlage von mindestens zehn Jahren höchst rentabel seien. Ob der Markt zwischenzeitlich rauf- und runterhüpfe, sei dabei doch völlig egal. Wichtig sei dann doch nur der Marktpreis in zehn Jahren.
Hm. Ja, gut. Klar. Natürlich interessiert mich der zu erwartende Preis zum Zeitpunkt eines potenziellen Verkaufs. Was aber, wenn der Markt für die von mir präferierte Aktie in Backwardation ist? Und zwar dauerhaft? Wäre ja nicht das erste Mal.
Aber - Halt! Dafür gibt es ja die Absicherung durch Fonds. Das sind die Dinger, in denen sich viele verschiedene kleine Stückelungen unterschiedlicher Firmen und Märkte tummeln. Ein Absacker werde dabei im Nu durch einen Shootingstar wieder aufgefangen. Je nach Risikobereitschaft des Kunden zusammengestellt, der natürlich vorher umfassend beraten werden muss.
Stand nicht gerade was in der Zeitung, dass die Hedging-Fonds wegen ihrer hohen Risikoträchtigkeit unter die Lupe genommen werden sollen?
Vielleicht sollte man sich mal die Gebührenpläne für die Verwaltung von Aktiendepots zeigen lassen und diese mit den Einnahmen aus Festgeldkonten und dem Verkauf von Rentenpapieren vergleichen. Gerade Anleihen und Fonds sind in der Hinsicht wohl recht - nunja, rentabel. Ein Schelm, der $$$ dabei denkt ...
Als ich später am Tag die Zeitung aufschlug, war die erste auffällige Meldung jene über die voraussichtliche Schließung des Chrysler Werks in den USA. Diese Meldung habe die Aktionäre erfreut, hieß es dort - die Daimleraktie zog unverzüglich an. (*)
Warum soll ich denn mein Geld in irgendeine Firma stopfen, die dann nichts Besseres zu tun hat, als zur Förderung des Profits Mitarbeiter zu entlassen? Wenn die dann zwecks Finanzoptimierung irgendwann alle weg sind, geht die Firma doch ohnehin vor die Hunde - und dann stehe ich da mit meinen tollen Aktienpaketen.
Danke. Aber: Danke, nein. Solange die Tendenz dahin geht, für die Aktionärsprofite rücksichtslos Arbeitsplätze zu vernichten, kommt das Ding für mich nicht in Frage. Unter anderen Bedingungen können wir gerne mal darüber reden.
See you at the watercooler
(*) Wobei ich dieser speziellen Firma in diesem Fall zugute halte, dass lediglich der Wahn der Omnipotenz endlich zurechtgerückt wird, wobei das hoffentlich nicht von den amerikanischen Arbeitnehmern ausgebadet werden muss.
Und dass umgekehrt keine deutschen Arbeitnehmer mehr unter der Allgegenwärtigkeit amerikanischer Investoren ... oh yeah, money makes the world spin around.
Katzenauge - 17. Feb, 12:05





