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Von der Tücke der Recherche

Ja, okay, ich gebe es zu. Ausgerechnet, nachdem ich nicht allzu lange vorher wutschnaubend das Aufpfropfen von 99 % falscher Fakten in meinen Texten gerügt und Unterlassung und mindestens doppelte Verifizierung bei Verwendung außerhalb der Texte verlangt habe *peinlich, peinlich*.

Also einmal laut, deutlich und unüberlesbar:

Ich bin reingefallen!

Die Geschichte, an der ich gerade gearbeitet hatte, spielte im Jahr 1853. Und - ah, hoppla - ich wusste tatsächlich nicht, wann der erste elektrische Strom erhellend durch die Glühbirnendrähte floss. .... Wieso weiß ich das nicht??? ... Ist das peinlich? Nö. Kann vorkommen.

Jedenfalls musste der Raum ebenso erhellt werden wie ich selbst und ich begab mich unter dem Stichwort "Strom" auf die Suche. Pfff. Tolle Idee - nur ein bisschen kurz gedacht.

Also noch mal: "Elektrizität". Args.

"Glühbirne"? Jau.

Einer der Links führte zu einer Seite mit kindgerechten Erklärungen. Passt. Zum einen zielt der Text ja auch auf Kinder, zum anderen sind das Erklärungen, die ich bei solchen Themen auch am besten verstehe.

Faszinierende Insider-Trivia - das Zeug, das ich sonst aus Newslettern aus den USA herausfriemele - erklärte mir, dass der eigentliche Erfinder der Glühbirne gar nicht ...... Na, wissen Sie es? ....... gewesen sein soll, sondern ein deutscher Uhrmacher. Ui! Spannend. Er soll nur deshalb gescheitert sein, weil es noch keinen Strom gab, um diesen Glühbirnendummy zu beleuchten (ja, lachen Sie ruhig. Ich HÄTTE es merken müssen!).

Jedenfalls fand ich diese Trivia interessant genug, um sie als Zusatznutzen für unsere Zwecke aufzunehmen und neu zu schreiben. Schließlich wird zu den Geschichten ja immer wieder Wissen, Wissen, Wissen und noch einmal Wissen gefordert. Also! (Denken Sie sich jetzt bitte das trotzige kleine Mädchen mit Rattenschwänzen, das den Mund zusammenkneift und mit dem Fuß aufstampft)

Meine Rettung war dann meine Mitautorin. Wie das Schicksal so spielt, kam dieser Uhrmacher ausgerechnet aus ihrer Gegend und als Journalistin hat sie natürlich das nötige Wissen geballt um sich herum stehen oder liegen.

Nein, es bleibt dabei: Es war der gute alte Thomas A. Edison. Lassen wir ihm die Ehre der Erfindung, statt ihm eine simple Weiterentwicklung unterzuschieben.

Und ich habe daraus gelernt, dass nicht nur andere ihre Fakten bitte schön gründlich zu verifizieren haben.

Andererseits - wenn man schon den ÖffentlichRechtlichen nicht mehr glauben kann ...

Für die Geschichte selbst war das aber zum Glück egal. Da ich mich eindeutig in einem Jahr vor der Erfindung sämtlicher potenziell möglicher Kurzschlüsse befand, baumelt jetzt ein netter mit Kerzen bestückter Kronleuchter von der Decke.

See you at the watercooler
enlightened

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