Erste Überarbeitungsversuche

Jetzt habe ich den NaNo erst mal rutschen lassen, bevor ich mich an die Überarbeitung mache. Allerdings habe ich gleich an Tag 1 Nach-NaNoWriMo-Monat alle schon als überflüssig markierten Teile wieder gelöscht. Inzwischen kenne ich den Plot und die Personen gut genug, um das sinnlose Gelaber über dies und das und andere Befindlichkeiten wieder rauszunehmen.

Meinen am liebsten gehassten Satz: "Die Stimme ging Anna durch Mark und Bein und sie meinte förmlich am eigenen Leibe zu spüren, wie das Stakkato von Sabines Absätzen das Holz unter ihren Füßen zermalmte" habe ich gleich als ersten gelöscht. Für 50k Worte tackert man ja gerne den allergrößten Sch*** in die Tasten ...

Wie ist denn jetzt der Stand?

"Das war gestern aber noch nicht da", dachte Anna und nahm die Porzellanfigur einer kleinen Tänzern, die mit bunten Farben bemalt war, vorsichtig in die Hand. Sie überlegte, welcher ihrer Besucher am Vorabend wohl so etwas Kitschiges mit sich herumgetragen hatte und es dann auch noch in ihrer Wohnung vergaß.

So fing das Manuskript am 1. November 2007 an. Jetzt nicht mehr :)

Nachdem meine Figuren sich ja über die geballte Ladung Langeweile beschwert hatten, beginnt der (Thriller? Hoffe ich doch!) mit mehr Action und deren Folgen. Entsprechend ist der Heiratsantrag weiter nach vorne gerutscht und zwei neue Figuren treten auf.

Noch während sie die Figur vorsichtig über Kopf drehte, um unter den quadratischen Fuß zu schauen, schalt sie sich eine Närrin. Erwartete sie wirklich, dort einen Absender zu finden? Sie hielt den unpolierten Boden ins Licht und war ziemlich überrascht, als sie dort zwei ineinander verschlungene Buchstaben entdeckte. Es schienen zwei "S" zu sein, die jemand mit einem Kugelschreiber sehr sorgfältig in die Rillen und Ritzen eingemalt hatte. "S" und "S"? Wer außer Steffen fing denn noch mit einem "S" an? Sabine, klar. Aber wenn ihr die Figur gehörte, konnte sie sie ja später mitnehmen. Sie hatte ja ihren Haushälterinnentag, wie sie ihre Nebenbeschäftigung bei Steffen und Anna immer nannte, extra verschoben, damit sie die Beseitigung der Partyreste übernehmen konnte.

Die Figur hat jetzt sogar eine sinnvolle Rolle - obwohl sie anfangs nur ein "Not"-Anfang war. Aber diese Initial-Zündung war wohl eher ein 50k-Kurzschluss.

Vor der Haustür erklang jetzt das harte Tacken von Sabines hochhackigen Pumps. ... Die Gesichter der Freundesclique am Vorabend, als Steffen ihnen gesagt hatte, er und Anna würden spätestens Anfang des nächsten Jahres heiraten, waren nicht sehr glücklich gewesen. Eher - ungläubig. So hatten sie Anna auch angestarrt, als Steffen sie zum ersten Mal (Bäh, den hatte ich noch gar nicht gesehen! Öfter als einmal kann man jemand nicht bei Fremden vorstellen ...) vorstellte. "Ach? Ich dachte immer, du bist mit der netten Sabine zusammen?", war die einhellige Reaktion gewesen. Sie gestand Steffen durchaus zu, dass er von den Schlussfolgerungen selbst überrascht zu sein schien. Zumindest anfangs glaubte sie ihm auch, dass zwischen den beiden nichts vorgefallen war. Den letzten Satz behalte ich jetzt auch, die Geschichte bringt Anna doch ins Zweifeln.

Hier gab es zwei Änderungen: Die ungläubig schauenden Leute sind dank neuer Chronologie nach "oben" gerutscht und das 50k-Geschwafel ist drastisch reduziert.

Die Pumps brauche ich noch. Allerdings verzichte ich dankend auf die Löcher im Parkett :). Offenbar hat mich der Fußboden in der Wohnung einer Bekannten vor Jahren mal so beeindruckt (ihre Vormieterin hatte Spuren ihrer Fußbekleidungsvorliebe ins Holz ge(s)tanzt), dass ich das unbedingt mal anbringen musste.

Schade, dass die Bohnenstange bleiben muss. Aber ich kann sie wohl unbeschadet einen Kopf kürzer machen. Das hat dramaturgische Gründe: eine kleine Dicke geht leider nicht.

Andererseits wunderte sie sich noch heute immer wieder, warum Steffen so lange gebraucht hatte, um sie überhaupt einmal zu einem Kaffee einzuladen. Dafür suche ich auch noch immer nach einem Grund ... Sie hatte schon lange Interesse an ihm gehabt, gab aber auch ehrlich vor sich selbst zu, dass sie ihm zwei Jahre lang aus dem Weg gegangen war, weil er überall immer mit Sabine im Schlepptau auftauchte. Und Sabine war genau der Typ Frau, dem Anna lieber aus dem Weg ging. Darum stellte Anna sich die Frage immer öfter auch anders herum: Warum hatte Steffen sie überhaupt angesprochen, wenn er die Art von Sabine so mochte? Anna fand auch beim allerbesten Willen keine Gemeinsamkeiten, die sie mit Sabine hatte. Und ihr gefiel auch die verächtliche Haltung nicht, die Sabine ihrer Meinung nach anderen Frauen gegenüber zeigte.

Sinngemäß noch da, weil ich die Überlegung nach wie vor wichtig finde. Allerdings liest sie sich heute hoffentlich besser.

Sie hatte sich schon vor langer Zeit angewöhnt, die Menschen um sich herum intensiver wahrzunehmen und zu beobachten. Inzwischen konnte sie aus dem Verhalten und den Gesten der anderen sogar ohne Worte die richtigen Schlüsse ziehen und auch wenn sie die Emotionen anderer zu spüren glaubte, irrte sie sich selten. [umarbeiten - das ist eher Figurenhintergrund]

Ich glaube, ich wollte auf eine Psychologin raus. Eine äußerst anstrengende Berufsgruppe ...

Und seit sie begonnen hatte, Krimis zu schreiben, trainierte sie auch die Fähigkeit, logische Folgerungen zu ziehen. Aber vielleicht war genau das ihr Problem? Vielleicht sah sie ja tatsächlich Gespenster.

Das trifft die Sache schon eher. Eine Schriftstellerin wollte ich eigentlich vermeiden, aber Lisaly fand die Idee gut. Irgendwie hat sie ja Recht. Diesen schreibenden Tanten kann man gut einen Knall nachsagen (außer mir natürlich, ich bin so normal wie Toastbrot ... oder verwechsle ich da irgendwelche Metaphern?).

Außerdem haben Freiberuflerinnen den Vorteil, dass man sie bei Bedarf in die Wüste (oder in die Falle) schicken kann.


Die Szene im Wohnzimmer abends mit Steffen bleibt :)) - mit kleineren Korrekturen.


... verschloss sie zusätzlich mit dem Sicherheitsriegel, den von außen niemand öffnen konnte.

Das war doch jetzt echt dämlich, oder? Damit hätte sie diesen hirnlosen Störmanövern doch schon längst einen Riegel vorschieben können.


Familie Lange: Hier sind nur kleine Änderungen, dafür aber reichlich Ergänzungen, die ich jetzt nicht mehr ins Blog aufnehme. Knoten ins Blog: Unbedingt löschen, da zu viel wörtlich erhalten bleibt ... / gilt auch für die Stelle mit der Milch!

Was ich mit diesem komischen Artikel in dem Schnellhefter anfangen wollte, weiß inzwischen wohl nur noch der Geier. Den verstehe ich leider nicht.


Was noch fehlt:

Vernünftige Namen.
Im Moment habe ich den Eindruck, als ob Frauennamen immer nur auf -a enden. Klingt schön, ist aber leicht zu verwechseln.

Der Schauplatz.
Sinnvollerweise habe ich mich an der Bauweise der hiesigen Häuser orientiert, weil mir die zusammenhängenden Keller ganz gut in den Kram passten. Ansonsten habe ich keine Ahnung, wie der Ortsteil aussehen könnte.
Konkrete Vorstellungen habe ich vom Gewerbegebiet (die sind sich überall sehr ähnlich) und von dem etwas ländlichen Teil der Stadt, in dem Langes wohnen. Hier hat ganz klar der Wohldorfer Wald Pate gestanden, über den ich tatsächlich mal für eine Kindergeschichte recherchiert habe.

Ein passender Showdown.
Wo?
Wann?

Und was, zum Teufel, macht Steffen beruflich, dass er für unbestimmte Zeit "irgendwo" auf Tagung, Reise, Seminar oder was sonst sein kann? Handelsvertreter ist indiskutabel.

See you at the watercooler
Ideen schöpfend

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