Fast eine Glosse

Donnerstag, 15. Mai 2008

Grande Dame

Kennen Sie noch die großen Damen, die (zumindest im Hinblick auf Stil und Haltung) im Laufe der 1950er Jahre auftraten? Imposant, elegant - gerne festgehalten in den Karikaturen jener Zeit und auch bei dem einmaligen Knatterton zu finden (soweit mich mein Gedächtnis nicht im Stich lässt, denn meine Tochter hat die Bücher sozusagen an sich genommen).

Retrospektive 2008, auf dem Bahnsteig am Barmbeker Bahnhof.

Sie saß auf dem ersten der drei Sitze aus Drahtgeflecht, die zur Bequemlichkeit der Wartenden neben dem Kaffeespender eines bekannten Hauses an einer schützen sollenden plexigläsernen Wand angebracht sind.

Nein - sie saß keineswegs. Sie thronte, sie hielt Hof. Würdevoll, höflich. Sofort bereit, die braune Handtasche auf dem Sitz neben ihr aufnehmen und den Platz einem Ruhesuchenden zu überlassen.

Ein türkis Kleid betonte die üppigen Formen. Wäre sie aufgestanden, hätte sich genau in der Mitte die auf den alten Zeichnungen typische, abrupte Einbuchtung gezeigt, darauf könnte ich fast wetten. Dezenter Schmuck, alles unaufdringlich.

Schwarze Haare, die zu einer Banane hochgesteckt waren. Erstes Silber im Stirn- und Schläfenbereich, das die Fülle Schwarz dezent blitzen ließ.

Oh, so vornehm!

Trotzdem hätte mich diese Reinkarnation einer wahren Großen Dame niemals so nachhaltig beeindruckt, wenn an diesem Bild nicht irgendetwas falsch gewesen wäre. Etwas passte nicht.

Als meine Bahn kam und ich einen letzten, faszinierten Blick auf La Grandezza warf, wusste ich plötzlich, was störte.

Sie mampfte für alle hör- und sichtbar auf einem Kaugummi herum.

Times, they are a-changin' ...

See you at the watercooler
Reminiszierend

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Liebe Nachbarschaft,

mir ist hier gerade nicht klar, ob ich die "echte" Nachbarschaft anrede oder nur eine ähnlich benamte Social-Net-Seite, die gerade über eine meiner Mailadressen massiv Werbung treibt, aber sei es drum. Fühle sich angesprochen, wer's war:

Ich würde gerne an dieser Stelle generell festhalten, dass ich nicht in Börsen zu finden bin, in denen sich geprüfte Profile von überwiegend ziemlich jungen Singles finden lassen, denen auf der Seite versprochen wird, sie würden Gleichgesinnte finden, und das alles "diskret".

Suchanfragen und Einladungen an meine Mailadressen sind also ziemlich überflüssig, weil ich mich da garantiert nicht reinlocken lasse.

Liebe Grüße in die Nachbarschaft
und
See you at the watercooler

Donnerstag, 15. November 2007

Durchschaut!

Ich finde ja diese Euro-Points super. Natürlich fischt man auch dort mal Müll aus den Kartons, aber die meisten Waren sind zumindest zufriedenstellend.

Meine Tochter wunderte sich gestern, nachdem wir per Bus und Bahn mehrere Stadtteile durchquert hatte, dass an fast jeder Ecke ein Euro-Point (oder mit einem variierenden Namen) zu finden ist. Ich habe ihr dazu natürlich das Prinzip einer Einzelhandelskette erklärt.
Als wir an einer anderen Firma vorbeifuhren, von der sie in der letzten Zeit auch überall Filialen gesehen hatte, kam die Frage: "Gehören die auch zu einer Bande?"

Habe ich da irgendetwas falsch erklärt?

Aufklärung heischend at the watercooler


Edit:
Was ist das hier eigentlich für ein Tag?

Erst hangelt die Katze in der Küche auf der Arbeitsplatte herum, bis sie den Teller herunterreißt - und ich kann nur hilflos zusehen, weil ich in einer Hand eine aufzufüllende Flasche halte und mit der anderen diese Flasche aus der Quelle befülle.

Später will ich die Kaffeekanne aus der Kaffeemaschine abwischen und - klirr - zerplatzt auch diese in 1000 kleine Splitter.
Also noch mehr Geschepper mag ich heute nicht mehr haben.

Samstag, 11. August 2007

Narthecium ossifragum*

Von Juli bis August blühendes, an sonnigen Tagen angenehm riechendes Liliengewächs.

Der deutsche Name für dieses Wildblümchen aber gibt zu denken.

Wenn ich die esse, breche ich mir dann das Bein?

See you at the watercooler
Beinbrech(er) meidend

*Beinbrech
auch: Moorlilie
oder: Ährenlilie

Samstag, 12. Mai 2007

Eselsbrücke

Nach einer Meldung aus Bagnoregio, Italien, will die mittelalterliche Geisterstadt Cività di Bagnoregio dazu übergehen, die Verbindung mit der Moderne via Eselstransporten zu halten.

Cività, das man in Italien unter der Bezeichnung "Die sterbende Stadt" kennt, ist mit dem modernen Teil Bagnoregios durch eine schmale Zementbrücke verbunden, die nach Mitteilung der ANSA ebenso zerbröselt wie die frühere Etruskersiedlung selbst.

Im Ort leben nur 20 Menschen, und der Bürgermeister Erino Pompei hat nun die Architekten aufgerufen, eine Lösung für das Problem zu finden. Bis dahin könnte man nach Ansicht von Signore Pompei Besucher aus Bagnoregio mit Eseln, von denen es in der näheren Umgebung jede Menge gäbe, über die Brücke reiten lassen. Vielleicht würden sich einige dadurch auch an den Klassiker "La Strada" von Fellini erinnern, der in den Straßen der Stadt gedreht worden war.

Buona fortuna, Signore Pompei. Möge Ihr Name kein Omen sein.

See you at the watercooler

Donnerstag, 12. April 2007

Relative Stille hier ...

Ostern war doch überraschend erholsam. Wir waren im Kino und haben uns "Triff die Robinsons" angesehen. Für einen Familienfilm, in dem auch ganz kleine Kinder zusahen, war er an einer Stelle schon ein bisschen heftig mit seinen schnellen Kamerafahrten und der Düsternis einer grausamen Zukunft.

Trotzdem ist der Film unbedingt empfehlenswert. Die Story ist relativ simpel und der Plot schnell durchschaut, was ich eigentlich in diesem Fall eher als Qualitätsmerkmal empfinde. Schließlich sind die Kinder total stolz, wenn sie die Zusammenhänge selbst erkennen können. Die wunderschönen Animationen darf man sich einfach nicht entgehen lassen und die schrägen Charaktere waren genau mein Fall. Wie oft im Leben trifft man schon Karatekämpferinnen, die Frösche dirigieren?

Außerdem habe ich hier im Blog mal aufgeräumt. Falls jemand die Werbepause vermissen sollte: Die habe ich gelöscht, weil ich dieses überbelichtete Bild von der Pillenpackung nicht mehr ertragen habe. Zensurentechnisch würde ich sagen: Idee brillant, Umsetzung lässt Wünsche offen :)

Ist schon jemand aufgefallen, dass meine Rezi-Ecke auch noch immer die gleichen Bücher zeigt? Haha - das ist auch richtig so. Sind allerdings noch diverse andere oben drauf und unten drunter gekommen :(

Im Moment leide ich unter akutem Zeitmangel, weil ich an einem Projekt arbeite, das ab Juni starten soll. Dafür ist erschreckend viel zu bedenken und zu schreiben. Am meisten freue ich mich jetzt aufs Wochenende: Da lerne ich meine Mitstreiterinnen endlich persönlich kennen. Und man darf gespannt sein, denn: Aller guten Dinge sind drei.

See you at the watercooler

Samstag, 17. Februar 2007

Aktien werden von den Deutschen immer noch nicht als rentable Kapitalanlage ernstgenommen.

Diese Klage schallte gestern über den Äther, geäußert insbesondere von den Damen, aber auch von Herren, aus den zuständigen Verkaufsabteilungen der Banken.

Es sei leider noch immer so, dass Gelder sich hierzulande verschämt auf Festgeldkonten versteckten oder in Rentenpapiere investiert würden. Man dürfe aber nicht übersehen, dass die Aktien gerade auf lange Sicht bei einer Anlage von mindestens zehn Jahren höchst rentabel seien. Ob der Markt zwischenzeitlich rauf- und runterhüpfe, sei dabei doch völlig egal. Wichtig sei dann doch nur der Marktpreis in zehn Jahren.

Hm. Ja, gut. Klar. Natürlich interessiert mich der zu erwartende Preis zum Zeitpunkt eines potenziellen Verkaufs. Was aber, wenn der Markt für die von mir präferierte Aktie in Backwardation ist? Und zwar dauerhaft? Wäre ja nicht das erste Mal.

Aber - Halt! Dafür gibt es ja die Absicherung durch Fonds. Das sind die Dinger, in denen sich viele verschiedene kleine Stückelungen unterschiedlicher Firmen und Märkte tummeln. Ein Absacker werde dabei im Nu durch einen Shootingstar wieder aufgefangen. Je nach Risikobereitschaft des Kunden zusammengestellt, der natürlich vorher umfassend beraten werden muss.

Stand nicht gerade was in der Zeitung, dass die Hedging-Fonds wegen ihrer hohen Risikoträchtigkeit unter die Lupe genommen werden sollen?

Vielleicht sollte man sich mal die Gebührenpläne für die Verwaltung von Aktiendepots zeigen lassen und diese mit den Einnahmen aus Festgeldkonten und dem Verkauf von Rentenpapieren vergleichen. Gerade Anleihen und Fonds sind in der Hinsicht wohl recht - nunja, rentabel. Ein Schelm, der $$$ dabei denkt ...

Als ich später am Tag die Zeitung aufschlug, war die erste auffällige Meldung jene über die voraussichtliche Schließung des Chrysler Werks in den USA. Diese Meldung habe die Aktionäre erfreut, hieß es dort - die Daimleraktie zog unverzüglich an. (*)

Warum soll ich denn mein Geld in irgendeine Firma stopfen, die dann nichts Besseres zu tun hat, als zur Förderung des Profits Mitarbeiter zu entlassen? Wenn die dann zwecks Finanzoptimierung irgendwann alle weg sind, geht die Firma doch ohnehin vor die Hunde - und dann stehe ich da mit meinen tollen Aktienpaketen.

Danke. Aber: Danke, nein. Solange die Tendenz dahin geht, für die Aktionärsprofite rücksichtslos Arbeitsplätze zu vernichten, kommt das Ding für mich nicht in Frage. Unter anderen Bedingungen können wir gerne mal darüber reden.

See you at the watercooler

(*) Wobei ich dieser speziellen Firma in diesem Fall zugute halte, dass lediglich der Wahn der Omnipotenz endlich zurechtgerückt wird, wobei das hoffentlich nicht von den amerikanischen Arbeitnehmern ausgebadet werden muss.
Und dass umgekehrt keine deutschen Arbeitnehmer mehr unter der Allgegenwärtigkeit amerikanischer Investoren ... oh yeah, money makes the world spin around.

Unseres "von"s an den Flughäfen dieser Welt

Heute:
Muss ich zweimal durch den Sichtschirm gehn,
so müsst ihr meinen Hintern sehn ...


Man Arrested For Losing Pants in Airport

MANILA, Philippines,
A German man accused of stripping at a Philippines airport after being annoyed by airport security was arrested for lasciviousness. Hans Jurgen Oskar von
N* (Anm.: Fastunkenntlichmachung von mir) was asked by Manila Airport security to go through the X-ray machine a second time, the BBC reported Monday.

"He must have been annoyed that he was asked to walk through the X-ray twice so he took off his pants," Angel Atutubo, chief of security at the airport, told the BBC. "He actually didn't say much, unlike Filipino passengers who would talk a lot," Police Superintendent Atilano Morada said. "He was clearly irked and he showed it by disrobing." N* could face up to six years in jail if convicted of the charges, the BBC said.


See you at the watercooler
hilfsweise an den Röntgenschirmen dieser Welt ...
(sortiere ich das jetzt unter "So menschlisch" oder ist das einfach "Tierisch"? Wenn man es genau nimmt, ist das eher "Total Trivial".

Sonntag, 4. Februar 2007

Liebe Margit, oder: Ein Statement für die Unbelehrbaren

Liebe Margit,

eigentlich könnte ich vorsichtig eine Entwarnung in Richtung Nizza schicken - mein Bloglink ist tatsächlich bisher nur zweimal durch die Messageboxen jenes besagten Elternforums gesaust, einmal wohl nach unserer gemeinsamen Don't-feed-the-Trolls-Aktion. Dein Name taucht in der Statistik seit Jahresanfang genau 9x auf. Finde ich für einen einzigen Monat eigentlich immer noch ganz schön viel.

Danke, dass du dich um die Löschung dieser wirklich unsäglichen Beiträge gekümmert hast. Schade finde ich, dass dies nur auf dem Umweg über die Verletzung deines Urheberrechts möglich war. Nach deiner letzten Mail habe ich aber noch einmal nachgesehen und nach deinem Pseudonym gesucht. Leider waren zu dem Zeitpunkt nach wie vor einige Threads vorhanden, auch wenn eine Userin ganz offensichtlich gelöscht wurde.

Klar könnte ich dir auch eine Mail schicken - aber zum einen liest du ja mit und zum anderen liegt mir daran, dass diejenigen, die immer noch nach K. suchen, wissen, dass sie dies nicht unbemerkt tun. Bedroht fühle ich mich zwar (noch) nicht - aber dieses Hinterherhetzen und das ständige Nachtreten finde ich nicht witzig. Vor allem, weil ein paar Hauptaktive offensichtlich nicht begreifen (wollen), dass ich mit dem Bock, den du damals geschossen hast, nun wirklich absolut gar nichts zu tun habe. Wundern kann es einen bei der Art der (gelöschten) Beiträge in diesem Elternforum allerdings weniger.

Wenn ich feststelle, dass der Aufruhr jetzt nur aus der Threadlöschung resultierte und ansonsten ab sofort nur noch gern gesehene Gäste hier hereinschneien, winke ich dir rüber. Und denk dran: Die Blogs dürfen nicht mehr als 30 Tage deaktiviert sein, sonst werden sie automatisch gelöscht. Habe ich gerade gelernt, als ich mein Horoskopblog abmelden wollte :)

Der Horoskopnewsletter funktioniert leider gar nicht. Das entsprechende Programm habe ich inzwischen auch gelöscht (zum Glück war es die kostenlose Version, mit der Kunden angedockt werden sollten). Sobald mir was Besseres einfällt, sage ich Bescheid.

Liebe Grüße in den Süden
und See you at the watercooler

Dienstag, 23. Januar 2007

Je te remerci beaucoup

Dumm, dass da zwei Vorfälle gleichzeitig liefen - jedenfalls brauche ich mich über den hochschnellenden Zähler unter solchen Voraussetzungen ja nicht mehr zu wundern :)

Die Gästezahl liegt aber jetzt wieder im Normalbereich. Danke Margit. Hoffen wir mal, dass das nachhaltig hilft, damit ich mir die Anwaltskosten spare.

Gruselig, echt. Und eigentlich erschreckt mich so leicht nichts.

Apropos: Wer sucht denn um Himmels willen über Internet nach einer Leiche im See von Steilshoop? Egal, jetzt wird er oder sie auf jeden Fall hier fündig :))

See you at the watercooler

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