NaNoWriMo 2007

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Erste Überarbeitungsversuche

Jetzt habe ich den NaNo erst mal rutschen lassen, bevor ich mich an die Überarbeitung mache. Allerdings habe ich gleich an Tag 1 Nach-NaNoWriMo-Monat alle schon als überflüssig markierten Teile wieder gelöscht. Inzwischen kenne ich den Plot und die Personen gut genug, um das sinnlose Gelaber über dies und das und andere Befindlichkeiten wieder rauszunehmen.

Meinen am liebsten gehassten Satz: "Die Stimme ging Anna durch Mark und Bein und sie meinte förmlich am eigenen Leibe zu spüren, wie das Stakkato von Sabines Absätzen das Holz unter ihren Füßen zermalmte" habe ich gleich als ersten gelöscht. Für 50k Worte tackert man ja gerne den allergrößten Sch*** in die Tasten ...

Wie ist denn jetzt der Stand?

"Das war gestern aber noch nicht da", dachte Anna und nahm die Porzellanfigur einer kleinen Tänzern, die mit bunten Farben bemalt war, vorsichtig in die Hand. Sie überlegte, welcher ihrer Besucher am Vorabend wohl so etwas Kitschiges mit sich herumgetragen hatte und es dann auch noch in ihrer Wohnung vergaß.

So fing das Manuskript am 1. November 2007 an. Jetzt nicht mehr :)

Nachdem meine Figuren sich ja über die geballte Ladung Langeweile beschwert hatten, beginnt der (Thriller? Hoffe ich doch!) mit mehr Action und deren Folgen. Entsprechend ist der Heiratsantrag weiter nach vorne gerutscht und zwei neue Figuren treten auf.

Noch während sie die Figur vorsichtig über Kopf drehte, um unter den quadratischen Fuß zu schauen, schalt sie sich eine Närrin. Erwartete sie wirklich, dort einen Absender zu finden? Sie hielt den unpolierten Boden ins Licht und war ziemlich überrascht, als sie dort zwei ineinander verschlungene Buchstaben entdeckte. Es schienen zwei "S" zu sein, die jemand mit einem Kugelschreiber sehr sorgfältig in die Rillen und Ritzen eingemalt hatte. "S" und "S"? Wer außer Steffen fing denn noch mit einem "S" an? Sabine, klar. Aber wenn ihr die Figur gehörte, konnte sie sie ja später mitnehmen. Sie hatte ja ihren Haushälterinnentag, wie sie ihre Nebenbeschäftigung bei Steffen und Anna immer nannte, extra verschoben, damit sie die Beseitigung der Partyreste übernehmen konnte.

Die Figur hat jetzt sogar eine sinnvolle Rolle - obwohl sie anfangs nur ein "Not"-Anfang war. Aber diese Initial-Zündung war wohl eher ein 50k-Kurzschluss.

Vor der Haustür erklang jetzt das harte Tacken von Sabines hochhackigen Pumps. ... Die Gesichter der Freundesclique am Vorabend, als Steffen ihnen gesagt hatte, er und Anna würden spätestens Anfang des nächsten Jahres heiraten, waren nicht sehr glücklich gewesen. Eher - ungläubig. So hatten sie Anna auch angestarrt, als Steffen sie zum ersten Mal (Bäh, den hatte ich noch gar nicht gesehen! Öfter als einmal kann man jemand nicht bei Fremden vorstellen ...) vorstellte. "Ach? Ich dachte immer, du bist mit der netten Sabine zusammen?", war die einhellige Reaktion gewesen. Sie gestand Steffen durchaus zu, dass er von den Schlussfolgerungen selbst überrascht zu sein schien. Zumindest anfangs glaubte sie ihm auch, dass zwischen den beiden nichts vorgefallen war. Den letzten Satz behalte ich jetzt auch, die Geschichte bringt Anna doch ins Zweifeln.

Hier gab es zwei Änderungen: Die ungläubig schauenden Leute sind dank neuer Chronologie nach "oben" gerutscht und das 50k-Geschwafel ist drastisch reduziert.

Die Pumps brauche ich noch. Allerdings verzichte ich dankend auf die Löcher im Parkett :). Offenbar hat mich der Fußboden in der Wohnung einer Bekannten vor Jahren mal so beeindruckt (ihre Vormieterin hatte Spuren ihrer Fußbekleidungsvorliebe ins Holz ge(s)tanzt), dass ich das unbedingt mal anbringen musste.

Schade, dass die Bohnenstange bleiben muss. Aber ich kann sie wohl unbeschadet einen Kopf kürzer machen. Das hat dramaturgische Gründe: eine kleine Dicke geht leider nicht.

Andererseits wunderte sie sich noch heute immer wieder, warum Steffen so lange gebraucht hatte, um sie überhaupt einmal zu einem Kaffee einzuladen. Dafür suche ich auch noch immer nach einem Grund ... Sie hatte schon lange Interesse an ihm gehabt, gab aber auch ehrlich vor sich selbst zu, dass sie ihm zwei Jahre lang aus dem Weg gegangen war, weil er überall immer mit Sabine im Schlepptau auftauchte. Und Sabine war genau der Typ Frau, dem Anna lieber aus dem Weg ging. Darum stellte Anna sich die Frage immer öfter auch anders herum: Warum hatte Steffen sie überhaupt angesprochen, wenn er die Art von Sabine so mochte? Anna fand auch beim allerbesten Willen keine Gemeinsamkeiten, die sie mit Sabine hatte. Und ihr gefiel auch die verächtliche Haltung nicht, die Sabine ihrer Meinung nach anderen Frauen gegenüber zeigte.

Sinngemäß noch da, weil ich die Überlegung nach wie vor wichtig finde. Allerdings liest sie sich heute hoffentlich besser.

Sie hatte sich schon vor langer Zeit angewöhnt, die Menschen um sich herum intensiver wahrzunehmen und zu beobachten. Inzwischen konnte sie aus dem Verhalten und den Gesten der anderen sogar ohne Worte die richtigen Schlüsse ziehen und auch wenn sie die Emotionen anderer zu spüren glaubte, irrte sie sich selten. [umarbeiten - das ist eher Figurenhintergrund]

Ich glaube, ich wollte auf eine Psychologin raus. Eine äußerst anstrengende Berufsgruppe ...

Und seit sie begonnen hatte, Krimis zu schreiben, trainierte sie auch die Fähigkeit, logische Folgerungen zu ziehen. Aber vielleicht war genau das ihr Problem? Vielleicht sah sie ja tatsächlich Gespenster.

Das trifft die Sache schon eher. Eine Schriftstellerin wollte ich eigentlich vermeiden, aber Lisaly fand die Idee gut. Irgendwie hat sie ja Recht. Diesen schreibenden Tanten kann man gut einen Knall nachsagen (außer mir natürlich, ich bin so normal wie Toastbrot ... oder verwechsle ich da irgendwelche Metaphern?).

Außerdem haben Freiberuflerinnen den Vorteil, dass man sie bei Bedarf in die Wüste (oder in die Falle) schicken kann.


Die Szene im Wohnzimmer abends mit Steffen bleibt :)) - mit kleineren Korrekturen.


... verschloss sie zusätzlich mit dem Sicherheitsriegel, den von außen niemand öffnen konnte.

Das war doch jetzt echt dämlich, oder? Damit hätte sie diesen hirnlosen Störmanövern doch schon längst einen Riegel vorschieben können.


Familie Lange: Hier sind nur kleine Änderungen, dafür aber reichlich Ergänzungen, die ich jetzt nicht mehr ins Blog aufnehme. Knoten ins Blog: Unbedingt löschen, da zu viel wörtlich erhalten bleibt ... / gilt auch für die Stelle mit der Milch!

Was ich mit diesem komischen Artikel in dem Schnellhefter anfangen wollte, weiß inzwischen wohl nur noch der Geier. Den verstehe ich leider nicht.


Was noch fehlt:

Vernünftige Namen.
Im Moment habe ich den Eindruck, als ob Frauennamen immer nur auf -a enden. Klingt schön, ist aber leicht zu verwechseln.

Der Schauplatz.
Sinnvollerweise habe ich mich an der Bauweise der hiesigen Häuser orientiert, weil mir die zusammenhängenden Keller ganz gut in den Kram passten. Ansonsten habe ich keine Ahnung, wie der Ortsteil aussehen könnte.
Konkrete Vorstellungen habe ich vom Gewerbegebiet (die sind sich überall sehr ähnlich) und von dem etwas ländlichen Teil der Stadt, in dem Langes wohnen. Hier hat ganz klar der Wohldorfer Wald Pate gestanden, über den ich tatsächlich mal für eine Kindergeschichte recherchiert habe.

Ein passender Showdown.
Wo?
Wann?

Und was, zum Teufel, macht Steffen beruflich, dass er für unbestimmte Zeit "irgendwo" auf Tagung, Reise, Seminar oder was sonst sein kann? Handelsvertreter ist indiskutabel.

See you at the watercooler
Ideen schöpfend

Freitag, 30. November 2007

54.500

bzw. 109 %

Das ist eine wunderschöne Zahl, um mit der offziellen Wortjagd aufzuhören.

See you at the watercooler
im Stillen fertigstellend

Mittwoch, 28. November 2007

50.207 und das zwei Tage vor dem offiziellen Ende

und noch lange nicht fertig.

Mann.

Das gibt es nicht.

Oder?


See you at the watercooler
sprachlos

Montag, 26. November 2007

Ich bin ja nicht nachtragend

Aber zickig. Und stur.

Kaffee - okay.
Aber: Nicht mit Blondchen und Co und nicht in dieser Straße.
Punkt.

Das ist nicht verhandelbar.

Hmpf, ich denke laut. Psst ...

Mist, mein Plot ist durchgebrannt. Nicht mit Blondchen und Co. Mit dem Lebensgefährten meiner Protagonistin.

Musste das unbedingt noch sein? War das nicht schon alles kompliziert genug???

Ich glaube, meine Protagonistin hat am Ende von Blondchen, Co und gewissen Straßen auch die Schnauze voll. Scheint in der Natur der Sache zu liegen :)

See you at the watercooler
plothaschend

Sonntag, 25. November 2007

50k? Pah!

Wie ich schon in einem anderen Posting sagte: Über die 50k mache ich mir nach dem geglückten Verlauf der letzten Wochen keinen Kopf.

Nicht ganz klar war mir dabei, dass ich das unbewusst als Herausforderung sehen könnte - ich verblüffe mich doch nahezu täglich.

Erst habe ich den Wordcount auf 28k hochgebügelt. Das war ja noch im Wort/Tag-Rahmen.

Gestern dann über 4k in einem Rutsch.
Heute ausgetaschenrechnete 5.249.

Und mit meinen 38.190 Worten bin ich nur noch 3.485 Worte vom heutigen Tagessoll weg.

Das hätte ich nicht von mir gedacht ...

Allerdings habe ich jetzt tatsächlich den Punkt, wo mein Unterbewusstsein (habe ich sowas überhaupt?) tatsächlich die Regie übernimmt.

"Steffen" braucht nicht mehr viel Ausschmückung. Sein Chef war so nett, ihn auf eine längere Tagung, Dienstreise, ein Seminar oder was auch immer zu schicken. Die beiden Damen sind also mehr oder weniger unter sich.

Die Kapitelübergänge werden glatter - und wenn ich auch gerade den Punkt erreicht habe, wo ich die Blätter zerreißen möchte ob der Nichtigkeit des Gedankenwerks (wie alle anderen an diesem Punkte auch, heißt es in den Motivationsmails ... he, ich habe eine von meinem Lieblingsautor Neil Gaiman bekommen und der sprach mir sowas von aus der Seele!), kann ich doch ziemlich stolz behaupten:

Die Geschichte ist relativ durchdacht, auch wenn sich viele Dinge beim Schreiben ändern. Die Logik ist drin und das Manuskript wird wohl nicht zu denen gehören, in die ihre Autoren nach NaNo nie wieder reinsehen, weil sie sich deswegen gruseln.

Nö, mit ein bisschen mehr Butter an die Fische kann daraus was ganz Nettes werden.

Und soll ich noch was sagen?

Das Ganze hat jetzt mit dem zuerst geposteten Rohentwurf so was von gar nichts mehr gemein ...

Das artet tatsächlich in Thriller aus. Ich bin gespannt.

See you at the watercooler

Samstag, 24. November 2007

Antagonisten-Salat

Je weiter die Geschichte gedeiht, desto auffälliger wird das unerwartete Gemenge, aus dem zumindest die Gegenspielerin zusammengestückelt ist.

Die beiden Männer, die mir mit ihrem abgefahrenen Verhalten vor Jahren und Jahrzehnten schon kräftig auf den Keks gegangen waren, hatte ich ja schon durchschaut.

Die Bratze, deren Antimanieren die Idee überhaupt erst ausgelöst haben, hat sich längst verkrümelt bzw. von anderen Trullas, die mir tatsächlich mal irgendwann überall begegnet sind, aus dem Rennen drängen lassen. Das könnte daran liegen, dass ich die sowieso nur vom Sehen und Ganz-schnell-Weglaufen kannte - während ich die anderen aber noch in der allerschlechtesten Erinnerung hatte. Von einigen sind mir sogar die Namen wieder eingefallen.

Ich überlege im Moment, ob die Geschichte statt mit einer (Achtung: Klischee!!!) dümmlichen Blondine nicht viel besser mit einer übergewichtigen (und ebenso doofen) Rothaarigen oder so was funktionieren könnte. ... Irgendwann im Dezember werde ich es wissen :)

Was mir gerade viel mehr zu schaffen macht: Nach einer "Anna" als Hauptfigur habe ich es tatsächlich geschafft, eine "Anita" als Frau eines besten Freundes ins Rennen zu schicken. Jetzt verwechsele ich die beiden dauernd. Mist. Und überarbeiten ist erst im Dezember ...

Titel und Namen - beides nicht so ganz mein Ding.

See you at the watercooler

Freitag, 16. November 2007

Auf speziellen Wunsch: Der Versuch eines Heiratsantrags

EDIT:

Tut mir ja leid, aber dieser Teil gefällt mir jetzt doch soweit gut genug, dass er bis zur Fertigstellung des Manuskripts die Öffentlichkeit verlassen sollte ...

Dienstag, 13. November 2007

Auch nett:

Eine Signatur einer Teilnehmerin aus Calgary:

You are a writer, when ...
... Something bad happens to your friend and you are glad she is not a writer so you can use it.


Das hier ist mein Lieblingsthread:
Du bist Nano-süchtig, wenn ...

... we nn du al le Bu ch st ab en in de in em Ro ma n in Zw ei er gr up pe n so rt ie rs t, da mi t de r Wo rd co un t st ei gt, we il da au ch al le Ei nz el bu ch st ab en ei n Wo rt si nd.

See you at the watercooler

Montag, 12. November 2007

Rechercheproblem

Weiß zufällig jemand, welche Verletzungen an welcher Stelle und wie stark in folgender Situation vorkommen:

- Fußgängerin will eine Straße überqueren.
- Direkt hinter ihr ist eine Garagenausfahrt (eine von den tiefer gelegten mit leichter Steigung)
- Aus dieser Ausfahrt fährt ein Wagen heraus (Modell: kommt drauf an. Die Protagonistin soll den Aufprall überleben und am liebsten auch ohne Gips und Krankenhaus auskommen. Schreck reicht für den Anfang.)
- Von hinten rast ein anderer Wagen heran. Er kommt aus der gleichen Richtung wie meine Protagonistin und biegt ungebremst und mit voller Power direkt vor ihren Füßen in die Seitenstraße ein. (Anm.: Wir sind hier gegen 19.00 Uhr in einem Gewerbegebiet unterwegs. Die Straßen sind relativ breit und leer).
- Fußgängerin springt zurück und knallt auf den Wagen, der gerade hinter ihr aus der Garage herausfährt (sorry, ich habe aus gutem Grund keinen Führerschein: Vermutlich hatte der wegen der Steigung noch einen Zahn zulegen müssen?).
- Wie sieht es bei der Variante: "Ausfahrt auf Straßenniveau" aus?

Wie schlägt sie auf (Steißbein, Sitzfläche ...)?
Schlägt sie überhaupt auf oder landet sie gleich unter dem Wagen (was meiner Meinung nach wegen ihrer eigenen Rückwärtsbewegung nicht sein kann. Ich lasse mich aber gerne belehren)?
Wie ist hinterher der Zustand ihrer Kleidung (Sie trägt eine Steppjacke und lange Hosen. Ihre Unterlagen hat sie in einer Umhängetasche, die A-4-Formate fasst, über die Schulter gehängt.)

Für Tipps wäre ich dankbar.

Sonntag, 11. November 2007

Meine Nase ist breit genug zum Drauftanzen, oder was?

Ich liebe es, wenn ich ausdrücklich sage: Überarbeitet wird ab Dezember ...

... und dann kommen diese Protagonisten anmarschiert und antworten: "Ähäh, ist nicht!"

Tanzen mir auf der Nase herum, die Damen nebst Herrn. Versuchen mir einzureden, dass ein selbstgedrehtes P****-Video - untergejubelt in die (seriöse) Sammlung des armen, guten und unschuldigen Steffen, eine wunderbare Komplikation wäre! Und es gäbe bestimmt eine wundervolle Szene, wenn Anna und Steffen gerade

... äh ...

PFUI, kann ich da nur sagen. Schämt euch! Wer hat euch bloß erzogen?

Wende ich mich ob dieser Zumutung mit Grausen, kommt Anna daher und beschwert sich, dass sie aber lieber einen spannenderen Einstieg in die Geschichte hätte.

Na und? Ich auch. Kriegst du im Dezember, liebes Kind. Wenn die Szenen und Skizzen gesichtet, sortiert und eliminiert werden.

Obwohl - ich kann ja auch ... eine Szene nach oben schieben, nachdem ich verschiedene andere schon im Notizenbunker abgespeichert habe - müsste doch machbar sein? Für den Wordcount ist die Reihenfolge ja egal.

Vielleicht sogar gleich das ganze erste Kapitel neu schreiben und einschieben?

Nur gut, dass das mit dem Programm geht, ohne das es gleich nach verfrühtem Überarbeiten aussieht.

Und damit zu der Frage, die ich vielleicht demnächst auf der Autorenseite beleuchte (oder auch nicht): Wieviel Eigenleben ihrer Protagonisten verträgt die gewöhnliche Autorin?

In diesem Sinne
see you at the watercooler

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