So menschlich

Montag, 20. August 2007

Dann nimm doch bitte die ...

Blick auf einen neun Jahre alten Großen Zeh, der aus der Socke drängt.

"Hast du auch noch Socken ohne Löcher?"

"Ja. Ich habe sogar noch heile."

Ach so.

Mittwoch, 30. Mai 2007

Regeln für den Umgang mit Autor(inn)en-Kollegen

Schreiben ist ja in der Regel ein höchst einsames Tun. Man sitzt vor seinem weißen Blatt, das sich in Computerzeiten auch noch drohend vor einem erhebt, und begrübelt die erste Zeile, das erste Wort.

Logisch, dass die soziale Kompetenz da ein wenig brach liegt, verbringt man doch den größten Teil seiner Zeit - oder gar die ganze - damit, ohne Zuspruch von außen abwechselnd vor sich hinzuhämmern und zu dämmern.

Wagt ein Autorlein sich von außen zu nähern, bedenke: Das ist ein Fressfeind! Hauen, stechen, beißen, kneifen, an den Haaren ziehen, diffamieren oder ignorieren - das sind die einzigen probaten Mittel, die Konkurrenz ums Schreibergold aus dem Weg zu bekommen ...

Mehr veröffentlichen, mehr Rezis kriegen, mehr Lob kriegen, mehr Leute kennen, mehr richtige Leute kennen, mehr PNs schreiben und bekommen als der/die andere, mehr Postings haben, immer bessere Kontakte haben, haben, haben, haben ... hau sie alle von der Platte!

Oh, Sie fragen sich, warum ich gerade dermaßen hyperventiliere?

Klar hat das einen Grund, aber ich hyperventiliere nicht, ich wundere mich nur. Und das nicht zum ersten Mal - immerhin ist mir schlechtes Benehmen unter Kollegen mehr als geläufig.

Aktuell hatte ich eine schwelgende und schmeichelnde Mail bekommen, dass mein Verlag so oft lobend erwähnt würde, dass man nun gerne mal fragen wollte ... und ich sei doch sicherlich mit Manuskripten aufgrund der lobenden Erwähnungen bereits zugeschüttet worden und ob ich nicht vielleicht freundlicherweise trotzdem - unten hänge ein Exposé an und überhaupt ... hach.

Auf meine freundliche, aber etwas verdutzte Nachfrage, von welchem Verlag denn die Rede sei - meines Wissens nach hätte ich keinen - kam ein sehr sachlicher Zweizweiler mit einer kurzen Entschuldigung. Wenn man den Verlagsnamen auf der Forenseite eingäbe, erscheine halt mein Name.

Nett, wie ich eigentlich meistens bin, habe ich dann ganz freundlich geantwortet, sie könne doch das Exposé ruhig an die auf der Verlagsseite genannte Mailadresse schicken - oder dort anfragen, ob aktuell überhaupt Interesse an weiteren Zusendungen besteht.

Glauben Sie mal ja nicht, dass darauf auch nur der Hauch eines "Dankeschön" kam.

Aber was beschwere ich mich - ich kenne das doch live.

Und darum hier einen ganz lieben Gruß an alle Stecknadeln im Heuhafen:

An jene AutorInnen, mit denen man sich super gut vertragen kann, mit denen man wunderbar zusammenarbeiten kann und für die Neid, Arroganz und Egomanie allenfalls Eigenschaften sind, mit denen sie ihre Protags ausstatten :)

See you at the watercooler

Montag, 23. April 2007

Nervig, irgendwie

Kennen Sie das?

Sie kennen jemand, der Ihnen vom ersten Moment an ein - sagen wir mal: begrenzt gutes Gefühl vermittelt.

Irgendwann, wenn Sie völlig unbefangen mit diesem Menschen telefonieren, fällt eine Bemerkung: "Ich war ja schon froh, dass du dich bei dem Projekt vorgedrängelt hast."

Hupps? Watt jeht'n da ab?, fragt man sich da noch einigermaßen unbedarft und runzelt schon mal die Stirn, wenn dieser Spruch in den folgenden Telefonaten immer wieder fällt.

Und freut sich, wenn diese Telefonate dann selten werden.

Dieses Mensch weiß aber zum Beispiel, dass Sie mit bestimmten anderen Leuten im gemeinsamen Umfeld nicht können (aus welchen Gründen auch immer). Sie werden von denen geschnitten, gemobbt, verleumdet und gehen diesem ********** einfach nur aus dem Weg. Und dann merken Sie: Oh, Mensch haut öffentlich in dieselbe Kerbe und hat nichts Besseres zu tun, als öffentlich auf Ihnen herumzutrampeln und sich an "diese Leute" ranzuschmeißen?

Tolle Freundschaft.

Hinten herum werden dann alle möglichen Kontakte aktiviert und Sie stellen rein zufällig irgendwann fest: Mensch schließt Sie komplett von allem aus.

Sie sind aber immer wieder gut genug, um sich triefendes Eigenlob in die Ohren stopfen zu lassen über die wahnsinnigen Erfolge, die Mensch mal wieder hatte.

Gibt es eine halbwegs konstruktiv-höfliche Variante, sich derartiges zu verbitten?

Also, Mädel: Mach doch einfach, was du meinst. Tuste ja sowieso. Aber kannste bitte aufhören, mir in die Ohren zu sabbern? Lass mich einfach aus - du willst mich anderswo ja auch nicht dabeihaben. Also verschone um Himmels willen endlich mein Telefon.

Na ja, wahrscheinlich müsste ich es dann ertragen, dass ich hintenrum als stänkernde, neidische, missgünstige etc.pp. Schnepfe diffamiert werde.

Besser also, ich sag gar nichts.

Man will sich ja als Blogger keine Einschusslöcher zuziehen. Das zieht so.

See you at the watercooler
tippfehlerausmerzend

Sonntag, 15. April 2007

Ein herrlicher (Arbeits)Tag in München

Der Wecker klingelte um 02.30 Uhr, der Weckruf funktionierte auch - das einzige, was dem pünktlichen Fortkommen noch hätte entgegenstehen können, war ein verschlafenes Kind. Doch auch dieses Problem löste sich sehr rasch, nachdem die schimpfende Mutter eine Katze verschiedene Male aus der Küche geworfen und dann aus dem Trinknapf "Toilette" gefischt hatte. Scheint, als ob dabei selbst der hartnäckigste Schlaf die Flucht ergreift.

Das Taxi war für 04.10 Uhr bestellt. Zwangsneurotiker müssen natürlich schon unten stehen, bevor der Fahrer klingelt - aber gut, vom 10. Stock aus runtergurken kann halt dauern und ich hasse nichts mehr als Stress am allerfrühesten Morgen.

Noch einmal schnell in die Wohnung gehuscht, um die Gefahrenquellen Herd und Kaffeemaschine zu kontrollieren und ab durch die Mitte.

Dass mir dann unterwegs einfiel, dass ich mein Uralt-Handy (echt, ohne Flachs: Da kann man den Sprechteil ausziehen und es hat oben eine richtige kleine Stummelantenne) noch am Adapter hängen hatte und dieser Adapter in einer Steckdose daheim steckte (obwohl wir das Handy ja vielleicht unterwegs gebraucht hätten), hat mich nicht sonderlich beruhigt. Als wir nach Hause kamen, hatte dieser verflixte Miniadapter sich tatsächlich relativ heiß gelaufen. Man mag mir zugestehen, dass der Gedanke an das Alter dieser Geräte (okay: dieses Schrotts, wenn man so will) in Kombination mit neugierigen Katzen nicht gerade beruhigend wirkte.

Der Ruf: "Mama, du hast die Lampe hinten nicht ausgemacht" kam dann genau richtig. Zum Glück kam diese Feststellung zu spät, um mich noch kribbeliger zu machen - wir waren schon wieder zu Hause.

Über die geschäftlichen Dinge haben wir in München gesprochen, aber ich jetzt nicht hier. Ich bitte die geneigten Leser, einfach überrascht zu sein, wenn das Projekt startet - ich werde dann ausführlich berichten.

Die Fahrt jedenfalls war trotz der Entfernung höchst unterhaltsam. Meine Mitstreiterin aus Hannover kannte ich ja schon via Netz - jetzt also endlich persönlich. Und zu meiner allergrößten Überraschung ist Lisa, die sich Fremde sonst eher aus der Entfernung betrachtet und machmal sogar jahrelang nicht zutraulicher wird, ihr sofort und stehenden Fußes regelrecht um den Hals gefallen. Na dann: Herzlich willkommen als Familienmitglied :)

Interessant war übrigens auch die Werbungsdurchsage der Bahn für ihr neues Frühstücksangebot. Es gibt jetzt nämlich Brötchen in "verbesserter Qualität". Ja, Himmel - was haben die denn früher da serviert?? Und was versteht man denn unter "verbesserter Qualität"? So richtig gut kann es ja dann immer noch nicht geworden sein, oder?

Probiert haben wir es nicht - allerdings würde ich empfehlen, die Verpflegung der DB rezeptpflichtig zu machen. Bei den Apothekenpreisen (und der Größe der Portionen) wird man eher arm als satt.

Hinter uns fiel eine Bemerkung, die mich gleich freudig-freudsch aufhorchen ließ: "Hab ich dir erzählt? Meine Schwester ... äh, meine Freundin, hat ..."

Endlich bin ich in München einmal ein paar Straßen über den Hauptbahnhof hinausgekommen. Und ich verstehe jetzt durchaus, warum die Leute für diese Stadt schwärmen.

Unsere Auftraggeberin ist genau so nett, offen und herzlich, wie ich es durch unseren Vorabkontakt schon gedacht hatte - dass wir drei uns dann auch noch geschlossen als unkompliziert in der Handhabung geoutet haben, war noch mal ein Sahnetupfer obendrauf.

Mein kleines Mädel muss ich an dieser Stelle aber auch noch mal loben: Sie hat super durchgehalten, ohne groß mit der Wimper zu zucken. Klar, bei uns allen dreien war auf der Rückfahrt die Luft raus - aber ich habe selten ein Kind gesehen, dass trotz Müdigkeit so umgänglich blieb.

Ein himmlischer Tag - absolut wiederholungsfähig.

See you at the watercooler

Freitag, 29. Dezember 2006

Jetzt rutscht mir einfach mal alle

gut ins neue Jahr!

Hope to see you at the watercooler!



Ja, ich weiß: Der Plot ist dünn und die Pointe vorhersehbar. NA UND? Ist ja auch keine Kurzgeschichte :)

Montag, 5. Dezember 2005

Liegt's am Thema?

Schon erstaunlich, welche hier weitestgehend überlesenen oder ignorierten Meldungen den Weg in den Independent (online) finden:

Teens 'commit their skins ...'

See you at the watercooler

Samstag, 9. Juli 2005

Backhanded compliments

Haben Sie heute schon ein Kompliment von Ihrem Mann, Freund, Lebensgefährten, Kollegen ... egal: Von irgendwas Männlichem bekommen?

Freuen Sie sich.

Nachdenklich werden sollten Sie aber, wenn es hieß: "Du siehst ja heute zum Anbeißen aus". Am besten steigen Sie einmal auf die Waage - oder erkundigen sich nach seinem Kontostand und dem Zeitpunkt der letzten Nahrungsaufnahme.

Nach einer Studie der Stanford University nämlich bevorzugen Männer in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen zarte, schlanke Frauen. Männer, die sich arm oder hungrig fühlen, bevorzugen dagegen kräftigere Frauen.

Muss man sich jetzt eigentlich ernsthaft Gedanken darüber machen, dass die Deutschen lt. Pressemitteilungen der Vergangenheit insgesamt immer dicker werden?

See you at the water cooler
Nib
3.12.04 17:46

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